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Als Doris Corsmeyer im November 1990 als Erzieherin anfing, gab es das BBW in der Greifswalder Pappelallee, so wie wir es heute kennen, noch gar nicht. Kein einziges Gebäude stand, dafür aber die Vision, junge Menschen mit Behinderung auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft zu begleiten. Von Anfang an dabei: viel Herzblut und Eigeninitiative.

Doris Corsmeyer blickt auf ein aktives Arbeitsleben im BerufsBildungsWerk Greifswald zurück – zunächst als Erzieherin, später als Führungskraft im Wohnbereich und in den letzten Jahren als Fachreferentin. „Die ersten Jahre im BBW waren getragen von Aufbruch und Pioniergeist. Dabei hat mich stets meine Vision getragen, mich für die jungen Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Es gab immer wieder neue, andere und schönere Herausforderungen und ich habe all die Jahre immer sehr gerne hier gearbeitet,“ unterstreicht die Greifswalderin. Im Laufe der Jahre gab es viele Veränderungen, auch nicht immer ganz einfache. „Manchmal habe ich gedacht, ich sitze im D-Zug und die Zeit rauscht an mir vorbei. Trotzdem konnte ich mir die Zuversicht für diese tolle Aufgabe stets bewahren,“ betont die frischgebackene Ruheständlerin.

An ihren drei Eckpfeilern hielt Doris Corsmeyer immer aber fest: Toleranz, Respekt und Freundlichkeit gegenüber den Kolleg*innen. Wohl gerade deshalb ist sie zu einer wichtigen Anlaufstelle für Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen geworden. Ihr leidenschaftlicher Blick auf neue Wege hat so manche Person in ihrem Umfeld inspiriert.

„Wir alle haben Doris Corsmeyer immer als wertvolle Impulsgeberin erlebt. Ihr ist es gelungen, die Menschen für ihre Themen zu begeistern, sie zu motivieren. In aller erster Linie aber hat sie sich immer für unsere Jugendlichen eingesetzt, dass wir immer der beste Ort für die Menschen bleiben, die uns brauchen. Aus diesem Antrieb heraus hat sie wichtige - auch kritische Impulse für Veränderungen gegeben“, unterstreicht Stefanie Niemeyer, Bereichsgeschäftsführerin des BBW Greifswald. Neben Schwerpunkten wie Inklusion, ICF, Suchtprävention oder Medienpädagogik war Doris Corsmeyer auch über unser BBW hinaus präsent und hat innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft der BBWs durch ihre Mitarbeit z. B. im Fachausschuss ICF und im Fachausschuss Qualität Spuren hinterlassen.

Bei all den unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeitsfeldern gab es einen Platz in der Pappelallee 2 an dem sie einkehren und ihre Gedanken neu ordnen konnte: die Ausbildungscafeteria im Tagungs- und Freizeitzentrum. Für sie war dieser Ort ein Treffpunkt für die Kollegen, ein Freizeitmekka für Teilnehmende und ein Parkett für Veranstaltungen unterschiedlichster Themenpotpourris. Bis zuletzt behielt sie ihre positive Sichtweise auf die Welt bei und trug damit wesentlich zur Haltung im Unternehmen bei. „Mit Frau Corsmeyer geht eine Kollegin, die unser BBW mit aufgebaut hat und ein enormes Organisationswissen besitzt. Gleichzeitig hat sie wesentlich zur Entwicklung unserer Werte und unserer Identität beigetragen,“ betont Dr. Michael Bartels, Geschäftsführer der Diakoniewerk Greifswald gGmbH.

Ihren Ruhestand sieht Doris Corsmeyer als eine Chance auf Veränderungen, der ein Zauber innewohnt. Ihr abschließender Rat an die Kolleg*innen: „Man sollte aufmerksam und offen dafür sein, neue Teilnehmende und ihre ganz eigene Sicht auf die Welt kennenzulernen. Es ist gut, auch mal über den Tellerrand zu schauen“.

Bruno Schreier ist einer von ihnen. Er konnte erfolgreich in den hiesigen Wirtschaftsmarkt vermittelt werden und arbeitet derzeit als Industriemechaniker bei Weber Maschinenbau GmbH, einem der weltweit führenden Systemanbieter für Automatisierungs- und Verpackungstechnologie.

„Auf Bruno Schreier bin ich durch meine Prüfertätigkeit bei der IHK-Neubrandenburg gekommen. Das BerufsBildungsWerk Greifswald ist für uns sozusagen eine Prüfstelle. Durch seine guten Leistungen hat Bruno Schreier geglänzt und mich am Ende dann auch überzeugt“, betont Kai Düwell, Ausbildungskoordinator bei Weber Maschinenbau GmbH Neubrandenburg. Der Neubrandenburger ist aktuell für 34 Azubis im technisch-gewerblichen Bereich zuständig. Seine Schützlinge zeichnen sich durch ganz unterschiedliche Stärken aus. „Herr Schreier hat zum Beispiel eine enorm hohe Auffassungsgabe und ist dementsprechend in der Baugruppenvormontage schon sehr überzeugend, denn er merkt sich sehr viel“, unterstreicht der ehrenamtliche Prüfer.

Doch wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag des Jugendlichen aus? Auf diese Frage antwortet der ehemalige Teilnehmer: „Ich nehme mir die Aufträge raus, baue sie zusammen und liefer sie weg“. Klingt im ersten Moment ganz einfach. War es aber nicht von Anfang an. Um die Prozesse zu verstehen bedurfte es eines konkreten Einarbeitungsplans. Hier durchlief der Greifswalder die einzelnen Abteilungen, um die Arbeit beim Familienunternehmen zu verstehen und von der Pike auf zu lernen und gleichzeitig eine Verbindung zum Team aufbauen zu können. Bruno Schreier ist seit Beginn seiner Ausbildung im BBW bis hin zur Arbeit in der Baugruppenmechanik in Neubrandenburg einen erstaunlichen Weg gegangenen. Gemeinsam mit den Erziehern im BBW und den Ausbildern für den gewerblich-technischen Bereich Rico Kujus und Holger Kalb musste der 20-Jährige nicht nur die Ausbildungsinhalte lernen, sondern auch gleichzeitig den Umgang mit seiner Autismusspektrumstörung (ASS). „Ich bin dankbar für Herrn Kalb und Herrn Kujus, alleine schon für die Prüfungsvorbereitung. Mein Plan ist jetzt erst einmal ankommen. Ich will noch ein bisschen Erfahrung sammeln und dann schauen wo mich das Leben hinführt,“ beschreibt Bruno Schreier. Ein wesentlicher Baustein für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit ASS zum ersten Arbeitsmarkt ist eine erfolgreiche Ausbildung mit individuellen Unterstützungsangeboten. Die besten Chancen aus Bildung und das deutschlandweit erhalten junge Menschen mit ASS durch das BBW Greifswald. Dies unterstreicht das seit 2019 verliehene bundesweit bestehende Gütesiegel „Autismusgerechtes Berufsbildungswerk – empfohlen durch autismus Deutschland“.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Qualifikation und Teilhabe von jungen Menschen mit Autismus regelmäßig zu verbessern, um ihnen den bestmöglichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen“, unterstreicht Anja Weichelt, Fachreferentin für Autismus im BBW Greifswald. Die Bedenken gegenüber dieser Krankheit konnten schnell beim künftigen Arbeitgeber abgebaut werden. „Herr Schreier macht das wirklich super, er nimmt sich ab und zu mal seine Auszeit indem er dann wirklich an seinem Arbeitsplatz alleine für sich arbeitet,“ betont Kai Düwell. Und wenn doch noch Fragen aufkommen können diese im ständigen Austausch mit den Fachkollegen des BBW auf kurzem Weg geklärt werden. Am Ende hat Bruno Schreier durch seine Leistungen überzeugt und zeigt damit einmal mehr, wie eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt aussehen kann.

Weitere Informationen finden Sie unter: Integration in den Arbeitsmarkt: ein Praxisbeispiel "Weber Maschinenbau GmbH" - YouTube

Bei sommerlichen Temperaturen konnte am 22. Juni 2022 das 25-jährige Jubiläum der Sozialstation Gertraudenpflege im Garten des Gertraudenstiftes Demmin gefeiert werden.

Zahlreiche Gäste sind der Einladung zu diesem besonderen Fest gefolgt.

Vorsteher Dr. Michael Bartels eröffnete das Fest mit einer Andacht. Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen, ehe einige Mitarbeiter des Gertraudenstiftes zum Programm „Ein Kessel Buntes“ einluden. Zu Gast waren Frank Schöbel, Helga Hahnemann, Heino sowie Herricht und Preil. Mit diesem Programm wurden die Gäste an alte Zeiten erinnert und so mancher musste herzhaft lachen.

Die Regionalleiterin Birgitt Küthe erinnerte in ihrer Ansprache an die Anfänge vor 25 Jahren, als der damalige Vorsteher i.R.Friedrich Bartels am 01.Juli 1997 die Gertraudenpflege unter dem Dach des Gertraudenstiftes feierlich eröffnete. Waren es vor 25 Jahren noch 3 Mitarbeitende, die in der Gertraudenpflege ihren Dienst aufnahmen, so sind es inzwischen 18. Frau Küthe bedankte sich bei der Pflegedienstleiterin Kerstin Schröder sowie den Pflegefachkräften Eleonore Wolter und Sandra Mohns- Lerche für 25 Jahre Arbeit in der Gertraudenpflege.

Da das 25-jährige Jubiläum des Gertraudenstiftes vor zwei Jahren pandemiebedingt ausfiel, erhielt auch die Pflegedienstleiterin des Gertraudenstiftes, Annett Bösemann- Banasiak, eine Blume für 27 Jahre Tätigkeit im Gertraudenstift.

Mit einem erfrischenden Eis und dem Demminer Lied ging ein schöner Nachmittag zu Ende. Ein Dank geht an alle, die zum Gelingen dieses Nachmittages beigetragen haben.

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